Achtzehn Jahre lang war es auf Ibiza ein festes Ritual; Geh nach Sluiz. Oder Sloewiezsj, wie die Spanier es nennen. Ein Restaurant als Theater, als Shop, aber vor allem als Bühne für beispiellose Kreativität. Jedes Thema war eine Party; die Fröhlichkeit strahlte davon aus. Bei schlechtem Wetter laufen wir immer noch im legendären Fucking Rain! Jacken. Und unser komplettes Geschirr kommt von Sluiz.
Aber was ist jetzt los? Es kursieren viele Geschichten; Auch dafür ist Ibiza eine Insel. Ein paar Verschwörungen.
Der Eigentümer des Grundstücks Can Malacosta soll über einen Investmentfonds einen Deal mit Ikea abgeschlossen haben. Große Industrien erobern diese beliebte Insel und deshalb werden kleine Unternehmen zerstört.
Die prüde Gemeinschaft konnte die sexuell und teilweise religiös orientierten Ausstellungen nicht mehr zulassen. Vor zwei Jahren musste eine Mini-Ausstellung über Sex und die Kirche abgedeckt werden, weil sie als anstößig galt. Der letzte Auftritt von „Woke“, in dem alle möglichen Formen der Sexualität erklärt wurden, hätte das Fass zum Überlaufen gebracht.
Die Spanische Kuhfront hatte bei der Gemeinde Beschwerde eingereicht, weil sie sich über die Kuh lustig gemacht hatte. Diese gehören nicht wie bei Sluiz in einen Baum, sondern auf die Wiese.
Die Feuerwehr konnte nirgendwo einen Brandmelder oder einen Feuerlöscher finden und so wurde Sluiz wegen mangelnder Brandsicherheit geschlossen.
Transgender-Personen hatten sich über das Fehlen eines Regenbogen-Parkschilds beschwert. Sluiz ist wegen nicht-integrativer Diskriminierung der LBQTRFCKFF-Community geschlossen.
Das Zirkuszelt, in dem Sluis untergebracht war, war ein Symbol für Tierquälerei zur Unterhaltung und daher für viele Zirkushasser beleidigend.
Die Eigentümer Hans und Yvonne Nuyten sagten in den sozialen Medien, dass sie von der Entscheidung der Gemeinde völlig überrascht seien. Nach einem kurzen Ausverkauf ohne Rabatt fiel der Vorhang für Sluiz. Aber wahrscheinlich nicht mehr lange.




