Der Kauf eines Neubaus in Frankreich war in diesem Jahr für ausländische Käufer noch nie so interessant. Normalerweise werden etwa 75 % der Wohnungen an die lokale Bevölkerung verkauft. Dabei handelt es sich um ältere Menschen, die eine große Familienvilla verkaufen und in ein kleineres Haus in der gleichen Gegend ziehen. Oder junge Paare, die ihre erste Wohnung kaufen. Und deshalb geht der Verkauf meist schnell vonstatten: Gerade wenn man denkt: „Mir gefällt die Wohnung mit Meerblick“, stellt sich heraus, dass der französische Nachbar sie bereits reserviert hat.
Auch die französischen Steuerbehörden zeigen sich freundlich gegenüber französischen Neubaukäufern: Wer in einen Neubau investiert und das Haus an seine Kinder vermietet, zahlt bis zu 63.000 Euro weniger Einkommensteuer (la loi Pinel). Und wer in Sozialwohnungen investiert, zahlt einen 30 bis 40 % günstigeren Preis, erhält einen Steuervorteil und natürlich die monatlichen Mieteinnahmen. Zu diesem Zweck muss der Nießbrauch, nue-propriété, für fünfzehn oder zwanzig Jahre gewährt werden. Anschließend kann die Immobilie wieder vermietet oder selbst genutzt werden.
Bei bestimmten Neubauprojekten kann ein französischer Steuerzahler auch einen geringeren Mehrwertsteuerbetrag im Kaufpreis zahlen. Im Neubaupreis sind normalerweise 20 % Mehrwertsteuer enthalten, in manchen Fällen beträgt diese jedoch nur 5,5 %. Vielleicht ein Grund, in Frankreich zu leben und zu arbeiten? Oder im Ruhestand in Südfrankreich ;-)
Interesse an Frankreich
Der durchschnittliche französische Käufer hat einen Job in Frankreich und nimmt lieber eine Hypothek bei der Bank seines Vertrauens vor Ort auf. Mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag (CDI) wird Ihnen schnell ein Darlehen angeboten. Allerdings ist das Zinsangebot nicht mehr interessant. Bis vor Kurzem schwankten die Hypothekenzinsen in Frankreich um 1 %. Doch seit die Zinsen dem Rest Europas angeglichen wurden, liegen die Hypothekenzinsen in Frankreich mittlerweile zwischen 4 und 5 %. Für viele Franzosen bedeutet dies, dass sich die Hypothekenkosten vervierfachen und Pläne für den Kauf eines Eigenheims auf Eis gelegt werden. Update: Die Zinsen in Europa sinken erneut, was bedeutet, dass es im nächsten Jahr zu mehr lokaler Marktbewegung kommen wird.
Neubau exklusiver durch RE2020-Baustandard und hohe Zinsen
Wenn die Hypothekenzinsen nicht sinken, wird eine grosse Zielgruppe in den nächsten Jahren gezwungen sein, eine Wohnung zu mieten. Während Neubauten für Investoren immer interessanter werden: Der Mietmarkt wächst und damit auch die Rendite der Investition.
Da französische Käufer nur eine teure Hypothek aufnehmen können, ist der lokale Markt geschrumpft. Dadurch stagnieren die Verkäufe von Neubauten an die lokale Bevölkerung und neue Projekte werden in der Planung verschoben. Gibt es eine Krise im Neubau? Für viele französische Immobilienmakler ja: Schließlich sind sie auf den Verkauf auf dem lokalen Markt angewiesen. Bei Projektentwicklern herrscht keine Panik, sondern eine Anpassung an die Realität. Die Immobilienentwickler verlagern ihr Marketing auf Käufer außerhalb Frankreichs, die entweder an 4 % Zinsen auf die Hypothek gewöhnt sind oder das Geld auf der Bank haben.
Kosten RE2020
Die Preise für Neubauten steigen weiter, was in einem schrumpfenden Markt ungewöhnlich ist. Der Grund dafür liegt in den Selbstkosten der Baumaterialien. Durch die Verpflichtung zum strengen RE2020-Gebäudestandard ist jeder Projektentwickler verpflichtet, zusätzliches Geld für die Dämmung im Bereich Akustik und Energieeffizienz aufzuwenden. Teure Systeme wie eine Wärmepumpe in Kombination mit Hausautomation sorgen zwar für einen geringeren Energieverbrauch und das begehrte Energielabel A, treiben aber auch die Preise für Neubauten in die Höhe.
Suchen Sie also mehr Auswahl im Angebot, eine solide Investition zur Vermietung oder beides? Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, in Neubauten zu investieren, insbesondere jetzt, wo es weniger lokale Konkurrenz gibt.
Dieser Artikel erschien Anfang des Jahres in Cote & Provence.



