Im Süden Frankreichs bezieht sich die Bestellung einer piscine de rosé (wörtlich „Schwimmbad von Rosé“) auf ein großes Glas Roséwein, das mit einer großzügigen Menge Eiswürfel serviert wird. Typischerweise handelt es sich um einen gekühlten provenzalischen Rosé, blass und trocken, der in ein übergroßes Weinglas oder einen Tumbler mit Eis gefüllt wird, um ihn bei heißem Wetter erfrischend zu halten. Der Begriff „piscine“ spielt humorvoll auf die Idee einer großen, schwimmbadartigen Portion an, obwohl es sich normalerweise um eine Standardportion von 250–300 ml handelt.
Diese Art der Servierung ist in Orten wie Saint-Tropez ikonisch und wird mit entspannten, glamourösen Settings wie Strandbars oder Jachtpartys assoziiert. Es ist kein Cocktail oder ein verdünntes Getränk, sondern einfach Rosé mit Eis, wobei der Fokus auf Erfrischung liegt. Einige Puristen missbilligen das Kühlen von Wein mit Eis, aber es ist eine beliebte Tradition in der Region, besonders im Sommer. Man hört Einheimische es kurz als „une piscine“ bestellen, und es wird oft mit leichten Snacks wie Oliven oder Charcuterie kombiniert.
Popularität von Piscine de Rosé im Süden Frankreichs
Rosé ist ein kulturelles Symbol im Süden Frankreichs, besonders in der Provence, wo er 90 % der Weinproduktion ausmacht. Seine Popularität resultiert aus seiner Vielseitigkeit, da er gut zu lokalen Gerichten wie Bouillabaisse, Tapenade und gegrillten Meeresfrüchten passt, sowie aus seinem erfrischenden Profil, das ideal für das warme mediterrane Klima ist. Der Lebensstil der Region – geprägt von Essen im Freien, Küstenurlauben und Freizeit – hat Rosé als Getränk der Wahl etabliert. Saint-Tropez, Nice und Cannes sind Hotspots, wo Rosé in Strandclubs, Cafés und Weingütern reichlich fließt.
Die ästhetische Anziehungskraft des Weins mit seinen blassrosa Tönen und seine Vermarktung als schicker, zugänglicher Drink haben seine Dominanz befeuert. Veranstaltungen wie der jährliche „Rosé-Tag“ in der Provence und Weintourismus (z. B. Château d’Esclans, Heimat von Whispering Angel, und Chateau Berne) ziehen Menschenmengen an. Die Popularität von Rosé erstreckt sich über die Einheimischen hinaus auf internationale Besucher, wobei die Exporte in die USA und das Vereinigte Königreich seit den 2010er-Jahren stark gestiegen sind. Im Jahr 2022 belief sich der Exportwert von provenzalischem Rosé allein in die USA auf über 150 Millionen Dollar.
Geschichte des französischen Roséweins
Französischer Roséwein hat alte Wurzeln, die bis zu den Griechen zurückreichen, die um 600 v. Chr. Rebstöcke in den Süden Frankreichs brachten. Die frühesten in der Region produzierten Weine, insbesondere rund um Marseille, waren wahrscheinlich blasse Rotweine oder Rosés aufgrund kürzerer Mazerationszeiten, bei denen die Traubenschalen nur kurz mit dem Saft in Kontakt waren. Diese Methode stand im Gegensatz zu den später entwickelten tieferen Rotweinen. In der Römerzeit war die Provence ein bedeutendes Weinbaugebiet, und Rosé-ähnliche Weine waren verbreitet.
Im Mittelalter erlangten provenzalische Weine Berühmtheit, wobei Rosé aufgrund seiner erfrischenden Eigenschaften, die für das mediterrane Klima geeignet waren, ein Grundnahrungsmittel blieb. Der moderne Stil des blassen, trockenen Rosés entstand im 19. Jahrhundert, insbesondere in der Provence, als Winzer Techniken verfeinerten, um frische, leichte Weine herzustellen. Im 20. Jahrhundert wuchs der Ruf von Rosé, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Tourismus im Süden Frankreichs boomte. Rosé wurde zum Synonym für den entspannten, sonnigen Lebensstil der französischen Riviera.
Die weltweite Popularität von französischem Rosé, insbesondere aus der Provence, stieg in den frühen 2000er-Jahren stark an. Bis 2023 machte Rosé etwa 10 % des weltweiten Weinkonsums aus, wobei Frankreich 30 % des weltweiten Rosés produzierte, hauptsächlich aus der Provence, Languedoc-Roussillon und dem Rhônetal. Allein die Provence produziert 40 % des französischen Rosés, mit Appellationen wie Côtes de Provence, Bandol und Tavel, die die Führung übernehmen. Tavel im Rhônetal ist bemerkenswert für seine ausschließliche Roséproduktion, oft tiefer in der Farbe und strukturierter.
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